Samstag, 27. Juli 2013

Der Berg ruft!

Wahrscheinlich jeder (deutsche) Kanadatourist macht einen Abstecher in die Bergwelt. Deshalb wird man gewarnt, dass es stark überlaufen und touristisch ist. Wir waren gespannt, was auf einem so großen Gebiet überlaufen heißt.

Unsere erste eintägige Wanderung haben wir im Gebiet des Kokanee-Nationalpark in der Nähe von Nelson unternommen. Die Wanderung hat uns zum gleichnamigen Gletscher geführt und mit atemberaubenden Blicken verwöhnt. Schon der Zeltplatz am Weganfang war ein Schmaus.


Nur gegen die Wildtiere in Form von Stachelschweinen muss man sich mit einem Hühnerzaun schützen. Ansonsten steht man unter Umständen am Ende der Tour ohne Reifen da (ja, die Tiere fressen Gummi!).

Weiterhin gibt es natürlich auch Bären in Kanada, dieses Land ist noch wild! Daher gehören lauter Gesang, Rufe und klappern mit Geschirr zum Wandern dazu. Schon lustig, dass man in Deutschland die Wildtiere durch laute Geräusche nicht stören soll und in Kanada ist dies mehr als erwünscht. Erfolg hat man mit dieser Methode immer dann, wenn man keine Bären sieht. Die alpine Welt über 2000 m hat noch ein paar vereinzelte Schneefelder, bildet damit aber einen sehr schönen Kontrast. Der Gletscher selbst ist nur mit einer Seilschaft begehbar, macht aber auch von der Ferne einen tollen Eindruck.

Angestachelt von diesen tollen Eindrücken wollten wir natürlich auch in den berühmten Rocky Mountains die Berge erkunden. Im Kootenay-Nationalpark stand daher eine Drei-Tages-Tour auf dem Programm. Im übrigen die erste Mehrtagestour für Anne! Mit vollen Kraxen und reichlich Essen haben wir uns auf den knapp 50 km langen Weg gemacht und dabei mehr als 1200 m an Höhe überwunden. Belohnt wurden wir mit einer grandiosen alpinen Bergwelt. Die schroffen, mit Eis und Schnee sowie Gletschern überzogenen Berge stehen im scharfen Kontrast zu den lieblichen Bergwiesen mit vielen unterschiedlichen Blumen. Besonders der Weg am zweiten und dritten Tag führt einen immer oberhalb der Baumgrenze und garantiert damit tolle Blicke.

Unser Fazit bisher: Was der Kanadier als überlaufen ansieht, empfinden wir eher als angenehme Abwechslung. Ansonsten würde man sehr alleine sein (ca. 20 weitere Wanderer leisten einem Gesellschaft auf dem Campingplatz). Die Wege waren sehr gut und auch mit schweren Gepäck meisterbar. Nur an das Singen und Rufen und Klappern muss man sich gewöhnen, gehört aber zu den kanadischen Bergen einfach dazu. Zur stimmlichen Entlastung wünschten wir uns manchmal eine Horde Fußballfans oder einen ordentlichen Männerchor!

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