Ich schließe also zunächst mal den Bogen zu Koh Chang und berichte über unsere Fahrt und die Erlebnisse im Norden Thailands bis zu den ersten Eindrücken in Laos. Tim erzählt danach im 2. Post über unsere Trekking-Tour in die Bergwelt von Laos und übernimmt dann ganz übereifrig den Part etwas über das einladende und sehenswerte Luang Prabang zu schreiben (und den Weg dahin).
Es kann also los gehen. Mit gemischten Gefühlen, doch gut erholt fuhren wir mit einem Übernachtungsstopp in Bangkok (das "Hotel" nahe dem ehemaligen Flughafen hat diesen Namen nicht verdient, doch Schwamm drüber) nach Sukhothai. Bis auf die etwas zu kalt eingestellten Klimaanlagen kann man von den staatlichen Fernbusen in Thailand nichts schlechtes berichten. Sauber, ordentliche Fahrweise, ein kleiner Snack zwischendurch und meist ein Halt an einem günstigen Straßenrestaurant. Zudem fast pünktlich, für deutsche Verhältnisse. Die Straßen lassen dies auch noch! zu, sie sind meist zweispurig und die Busse fahren auch gern mal ihre Leistung aus.
In Sukhothai kamen wir in kleinen, netten Bungalows unter. Mittlerweile geht auch mal eine Nacht ohne Klimaanlage - wie gesagt, bei 27 Grad Nachttemperatur empfinden wir ein Kältegefühl ;)
Der Grund unseres Besuchs in Sukhothai ist ohne Zweifel die Vergangenheit als alte Hauptstadt des Königreichs der Thai. Die Ehre wurde danach noch Ayutthaya zu Teil, ähnlich sehenswert, jedoch durch die Nähe zur heutigen Hauptstadt Bangkok völlig überlaufen. Apropo sehenswert: Zu sehen sind heute noch die Ruinen der im 12. Jahrhundert angelegten Stadt mit deren Tempeln und der Palastanlage. Imposant ist, mal von der historischen Bedeutung abgesehen, vor allem die schiere Größe der Anlage. Ein Fahrrad diente uns als Fortbewegungsmittel. Und das braucht man: Allein die Anlage innerhalb der Stadtmauer ist 1800m lang und 1500m breit. Der Königliche Tempel misst stattliche 240m x 280m. Spaßfakt: Die Thai stellen in ihre Tempel sogenannte Chedis auf, Mahnmale fuer Buddha. Naja und lasst euch den Namen mal auf der Zunge zergehen.. Nur ein Schelm, wer hier meine Initialien J.D. (englisch ausgesprochen) vermutet ;)
Eine kurze Geschichtsstunde gibt es auch noch: Im Jahr 1238 wanderten die Thai, aus dem Norden kommend, in die Region ein. Mit geschickter Diplomatie und einem schlagkräftigen Heer verdrängten sie die Khmer. Die Vorgeschichte der Stadt kann man in einigen Tempeln sehen, in den hinduistische Zeichen sichtbar sind und dem Stil der Tempel entsprechen , die man in Angkor Wat/ Kambodscha findet. König Ramkhamhaeng entwickelte während seiner Herrschaft das Thai-Alphabet und brachte Mönche ins Land die den heute vorherrschenden buddhistischen Glauben verbreiteten. Mitte des 14. Jahrhunderts zerbrach der mächtige Stadtstaat und das Machtzepter ging nach Ayutthaya.
Der Tag in Sukhothai war ja ein ganz besonderer, der natürlich auch gebührend zelebriert werden musste: So erfreuten wir Anne am Abend mit so etwas wie einem Geburtstagskuchen und westlichen Essen! Lecker :). Vergessen werden darf natürlich auch nicht, der tolle Wochenendmarkt. Über einige Leckerein hatte Anne ja schon berichtet. Wir genossen die lockere Atmosphäre und die Köstlichkeiten sehr.
Nächste Station: Chiang Mai. Die größte Stadt im Norden Thailands, geprägt durch die hier lebenden Bergvölker und erst sehr spät ein Teil von Thailand geworden. Obwohl wir nur wenig Zeit hatten, gefiel uns die Stadt doch sehr. Das lag vor allem an den vielen kleinen Läden, die (endlich!) gute handgemachte Waren anboten & nicht wie bisher gefälschte Markenklamotten. So wurde auch das ein oder andere für zu Hause mitgenommen, doch es sollte in Laos ja noch besser kamen, doch dazu wird Tim gleich mehr erzählen.
Wir schlossen den Tag in Chiang Mai auf einem belebten Platz voller Bars.. Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von unserem sehr netten Hostelbesitzer (ein Kurde, der in Wien studierte) und traten den Weg nach Laos an. Nach 6h Busfahrt erreichten wir den Mekong und damit die natürliche Grenze nach Laos. Tja, der Grenzübergang unterbot dann deutlich unserer Erwartungen. 2-3 kleine Langboote brachten uns über den Fluss. Drüben ging ein kleiner Pfad zur einer Holzhütte, wo wir unser Visum für 30 US$ bekamen. Sonst nichts. Der Grenzort fängt dann alle Ankömmlinge in runtergekommenen Guesthousern auf, da eine Weiterfahrt am selben Tag nicht möglich ist.
Ja, Laos ist anders als Thailand. Hier ist alles einfacher, ruhiger und dreckiger. Die Menschen sind schüchterner, sprechen weniger Englisch, grüßen freundlich mit "sabai dii" und zumindest die erste Straße war sehr gut. Es war die nach Luang Namtha, die, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte, beste Straße in Laos. Doch im Dschungel braucht man keine Straßen, nicht wahr Tim?
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