Wir haben uns in der Stadt Luang Namtha im Norden von Laos zu einem Ausflug zu einer dieser ethnischen Minderheiten entschieden. Im Gegensatz zum Süden von Thailand, wo der Massentourismus längst angekommen ist, scheint man in Laos den Weg des Ökotourismus zu suchen. Eine Vielzahl von Anbietern bieten Touren u.a. zu den Dörfern der Lantern, Akha oder Khmu an. Nach einer langen und schwierigen Auswahl haben wir uns für eine zweitägige Trekking Tour zu den Khmu und Lantern entschieden. Dabei wird bei jedem Anbieter darauf geachtet, dass ein Teil der Einnahmen den Dörfern zu Gute kommt.
So ging es für uns am nächsten Morgen mit einem Besuch auf dem lokalen Markt los. Neben einer großen Auswahl von Fisch, Fleisch, Gemüse und Obst gibt es auch Nagetiere zu kaufen.
Das erste Dorf, was wir noch mit dem Auto erreichen, liegt an der Strasse und wir von den Khmu bewohnt. Hier gibt es eine Schule sowie elektrischen Strom. Bis zum Mittag begleitet uns auf dieser Tour immer ein Dorfbewohner und trägt die heimischen Spezialitäten. Diese sind u.a. Kürbis, Spicy-Fleisch, Sticky Reis und süße Chips. Alles wird dann auf großen Blättern serviert und mit den Fingern gegessen.
Am Nachmittag haben wir nach ca. 5h wandern das zweite Dorf erreicht. Man muss dazu sagen, dass der kleine und teils anstrengende Pfad die einzige Verbindung zur Außenwelt ist. Das Dorf der Khmu besteht aus ca. 20 Hütten in den jeweils eine Familie mit ca. 8 Menschen lebt. Wir werden auch gleich zum "Mittag" eingeladen (wir hatten bereits gegessen, es ist ca. 15Uhr), welches sich vor allem durch Gemüse und Fisch auszeichnet. Unser Guide klärt uns auch darüber auf, dass die Dorfbewohner sehr selten Fleisch essen (nur zu Festen), wobei dann auch Hund dazu zählt.
Nach ca. einer weiteren Stunde wandern, erreichen wir dann das Dorf der Lantern, wo wir auch übernachten werden. Es unterscheidet sich deutlich durch die Bauweise (statt Stabbauweise wie bei den Khmu, sind die Hütten hier auf Erdhöhe errichtet). Nach einer abkühlenden Runde im Fluss gibt es vom Guide zubereitetes Abendessen. Hier steht selbstgefangener Fisch, sowie Fleisch und Gemüse (u.a. Bambus) auf dem Speiseplan. Jede Mahlzeit wird von Reis begleitet.
Am Ende genießen wir den Tag und beobachten die Menschen bei ihren abendlichen Aufgaben. Das Leben wirkt hier noch sehr ursprünglich und natürlich. Landwirtschaft und einige handwerkliche Tätigkeiten bilden den Lebensmittelpunkt. Viele Kinder spielen im Dorf und immer wieder zieht ein grunzendes Schwein durch die Gegend oder ein Huhn pickt im Gras. Die Wasserversorgung wurde erst vor einem halben Jahr vom deutschen BMZ aufgebaut, zuvor stand nur der Fluss zur Verfügung. Gewaschen wird aber noch immer im Fluss. Erstaunlicherweise gibt es trotz der sehr abgeschiedenen Lage eine Grundschule. Sie ist zwar einfach (einige Bänke, eine Tafel und eine handvoll Bücher ist alles was zur Verfügung steht), aber ermöglicht den Kindern die Amtssprache "Lao" zu lernen sowie die Grundlagen der Mathematik.
Unsere Lodge ist eine aus Bambus errichtete Hütte und verfügt über eine Kochstelle. Dabei gibt es aber keinen Schornstein oder ähnliches. Letztlich vertreibt der Qualm die Mücken. Die nächtliche Geräuschkulisse ist einmalig und besteht aus dem Quaken von zahlreichen Fröschen und dem Wind der durch die Bäume fährt.
Am Ende unserer Tour kommen wir wieder in einem Khmu-Dorf an und müssen noch den Fluss Nam Tha durchqueren. Hier gibt es dann die wohlverdiente Ziel-Cola! (Ich weiß, sehr westlich, aber es sind auch knapp 40 Grad)
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