Sonntag, 30. Juni 2013

Aloha aus Hawaii!

Eigentlich war O'ahu (die Insel, auf der die Hauptstadt von Hawaii, Honolulu, gelegen ist) nur ein notwendiger Stop zwischen unseren Hauptzielen Australien und Kanada. Daher hatten wir keine großen Erwartungen und auch kaum eine Vorstellung was uns erwarten wird.

Wenn man dann in Honolulu angekommen ist, überkommt einen nicht so Recht das Inselgefühl. Mit über einer halben Million Einwohnern und zahlreichen Hochhäusern ist diese Stadt nicht nur die größte von den Hawaii-Inseln, sondern soll laut Reiseführer von der Architektur stark an Los Angeles erinnern. In einem Meer von japanischen Gästen sind ein touristisches Highlight die vielen Einkaufsmöglichkeiten. Daneben gibt es den "weltberühmten" Waikiki Beach, der diese Bezeichnung nicht verdient hat (schmaler Sandstrand für zu viele Touristen). Daher haben wir unser Programm angepasst und haben diese Spots gemieden.

Für uns standen die Museen, Pearl Harbor, der Hausvulkan "Diamond Head" und natürlich der Konzertbesuch der "Blue Man Group" im Vordergrund. Damit haben wir die Zeit an der Südküste gut genutzt.

Der Angriff der Japaner auf Pearl Harbor war der auslösende Moment für die Amerikaner in den 2. Weltkrieg einzutreten. Daher ist dieser Ort von großer patriotischer Bedeutung und wird so auch zelebriert. Die Besichtigung des gesunkenen Schiffs "USS Arizona" gehört zum Pflichtprogramm vieler (US-) Touristen. Trotz guter Organisation der Verantwortlichen (aller 15 min fährt ein Schiff à 150 Personen zum Frack) war für uns nach früher Ankunft kein Ticket mehr für den Tag zu bekommen. Daher haben wir "nur" das U-Boot "Bonfire" und das Kriegsschiff "USS Missouri" besucht. Beide wurden im 2. Weltkrieg und im Kalten Krieg eingesetzt. Auf der einen Seite ist es sehr interessant, einen Einblick in diese technischen Kolosse zu bekommen und einen Eindruck, wie die Soldaten dort gelebt haben (besonders im U-Boot mit achtzig Mann Besatzung). Auf der anderen Seite ist es schockierend, dass die Kriege wenig kritisch betrachtet werden. Das Einzige was aus meiner Sicht kritisch ist, ist vielleicht die Statistik der Opfer des 2. Weltkriegs. Ansonsten kommt man sich oft wie in einem Vergnügungspark vor. Zum Beispiel wurde von jedem ein Foto gemacht, welches im Anschluss auf der Titelseite der historischen Ausgabe nach dem Angriff zu sehen ist und als Souvenir gekauft werden kann. Das eigene Bild erscheint dann via Fotomontage neben der Mitteilung, dass mehrere hundert Soldaten beim Angriff getötet wurden. Bei uns hat der Besuch gemischt Gefühle über den Umgang der Amerikaner mit ihren zahlreichen Kriegen ausgelöst.

Nach drei Tagen an der Südküste haben wir unsere Unterkunft gewechselt und sind zu der nicht so überlaufene Nordküste umgezogen. Das Hostel war nicht das Neuste, dafür aber mit einem guten Zimmer, dem Strand fast vor der Tür und einer großartigen Terrasse, auf der man die zahlreichen kurzen Regenschauer am Besten genießen konnte. Wir haben uns dann auch noch für einen Tauchgang entschieden, der aber leider bei rauer See unternommen wurde. Nicht die beste Voraussetzung um mit Tauchen zu beginnen. Trotzdem war das eine tolle Erfahrung und ich freue mich auf eine baldige Wiederholung!

 

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