Die Fahrt von Luang Namtha nach Luang Prabang
Unser Minivan :)
Nach nur 30min Verspätung, die nicht nachzuvollziehen waren (das Gepäck auf dem Dach wurde in der Zeit immer mehr), ging es schon los. Wie immer sind die Strecken in Laos sehr bergig und werden so gebaut, wie der Berg geformt ist. D.h. ausschließlich Kurven und Auf und Ab. Auch muss man mal hinter einem LKW hinter her fahren, der bergan eine Geschwindigkeit von 15 km/h nicht überschreitet. Das schlimmste Stück waren aber die nächsten 50 km ab Oudomxai (Obwohl der Busbahnhof eigentlich auch eine Katastrophe war und das bei ca. 40 Grad). Hierfür haben wir mehr als 4h gebraucht. Vom Begriff Schlagloch ausgehend könnte man für Laos den Begriff Schlagstrecke prägen. Obwohl der Minivan höher als gewöhnlich war, konnte man nur mit sehr gefühlsamen Fahren verhindern, aufzusitzen. Teilweise sind die Auswaschungen so groß, dass nur eine Fahrbahnseite nutzbar ist. Wir konnten einen Pickup beobachten, der sehr schnell fuhr (vielleicht 40km/h) und dabei eigentlich immer leicht gehüpft ist. Insgesamt ist dieser Streckenabschnitt eine Qual für Mensch und Maschine.
Als wir dann wieder eine normale Strecke erreicht hatten und laut Meilenstein nur noch 60km zu bewältigen waren, stieg die Freude. Gedämpft wurde dies durch die Tatsache, dass wir einen Platten hatten. Erstmal ist es lustig anzusehen, mit welcher Ruhe dieses Problem gelöst wird und zum anderen das Ergebnis der Arbeit. Der Ersatzreifen hatte doch tatsächlich weniger Luft als der Platten. Daher ging es im Schritttempo zur nächsten Werkstatt. Nach über 9h hatten wir dann erschöpft den Busbahnhof von Luang Prabang erreicht und konnten nach einigen Verständigungsproblemen unser Guesthouse beziehen.
Die Altstadt von Luang Prabang
Am ersten Tag musste ich noch meine Magenverstimmung auskurieren und konnte nicht mitkommen. Jan und Anne mussten mir versprechen, sich nichts Spektakuläres anzuschauen. Soweit ich das beurteilen kann, haben sie ihr Versprechen eingehalten. Sie kamen stattdessen mit Shoppingtaschen zurück. Und da wären wir bei der ersten Besonderheit der Stadt.Während die Märkte in Bangkok oft eigentlich den gleichen Kram verkaufen wie an der tschechischen Grenze, gibt es in Luang Prabang außergewöhnlich schöne Dinge zu erwerben. Neben vielfältigen Stoffen und Kleidung aus Seide und Baumwolle, gibt es Silberschmuck, Holzprodukte und Papiererzeugnisse. Alles liebevoll in kleinen Läden zum Verkauf angeboten. Als Krönung des Ganzen gibt es jeden Abend einen Nachtmarkt, auf dem diese Waren reichhaltig angeboten werden. Letztlich ist dann noch der Preis so gut, dass es schwer fällt, nicht mit deutlichem Übergebäck abzureisen.
Am nächsten Morgen startet dann unsere Besichtigung der Stadt. Luang Prabang wurde stark durch die koloniale Architektur der Franzosen geprägt. Fast alle Häuser sind in diesem Stil errichtet und bilden ein schönes geschlossenes Ensemble. Dazwischen findet man immer wieder teils sehr alte Wat's (Buddhistische Tempel) sowie den Königspalast (auch von den Franzosen errichtet). Eingerahmt wird die Altstadt von den Flüssen Nam Ou und dem Mekong. An der Spitze, an der der Nam Ou in den Mekong fließt, steht eines der ältesten Wat's in Laos, das Wat Xieng Thong.
Die Stadt strahlt eine innere Ruhe aus, die jeder gerne genießt. Das kann man in Luang Prabang am besten in einem der zahlreichen Restaurants oder Cafés machen. Verwöhnt wird man hier auch mit westlichen Gerichten wie kleinen Kuchen und belegten Baguettes. Das hat natürlich mich und meinen noch nicht ganz intakten Magen am meisten gefreut. Letztlich hat uns die Stadt so gut gefallen, dass wir hier insgesamt 5 Nächte verbracht haben. Bisher ist Luang Prabang die schönste Stadt auf unserer Reise durch Südostasien.
Es macht viel Spaß eure Berichte zu lesen, wir können uns alles gut vorstellen. Inspiriert davon waren wir gestern in einem Restaurant mit thailändischer/vietnamesischer Küche essen...Liebe Grüße von Sven und Heike
AntwortenLöschenGeile Karre :D So was vergisst man nie! Kaum vorstellbar das man überhaupt damit am Zeil ankommt, aber für die Einheimischen ganz normaler Alltag.
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